Im Gespräch mit Jacob Odendahl

Fridays For Future – der Streik für mehr Klima- schutz einer jungen Schülerin namens Greta Thun- berg – seit etwas über einem Jahr hat doch mehr bewegt als sich das damals 15-jährige Mädchen ge- dacht hat und ist heute in aller Munde. Grund genug für die civitas-Redaktion, nach jungen Menschen Ausschau zu halten, die bei Fridays For Future mit- machen.

Hallo Jakob, wie bist du zu „ Fridays For Future“ gekommen?
Ich bin seit ca. einem Jahr dabei, nachdem ich von Greta Thunbergs Streik gehört habe.

Meine erste Demo war im Januar dieses Jahres. Da war ich mit mehreren Freunden und fand es richtig cool, dabei zu sein. Es war einfach toll – so bin ich dazu gekommen und war dieses Jahr bis jetzt ein paar Mal dabei, auch bei der großen Demo am 20.9.2019 mit 70.000 Menschen.

Wie ist „Fridays For Furture" organisert?
Etwa eine Woche, bevor eine Aktion ist, geht es in der Schule ab mit dem Fragen „Wer kommt mit?“ Wir haben eine WhatsApp-Gruppe, und es gibt immer Infos bei Instagramm-Story. Dann verabreden wir uns und planen.

Ich finde es wirklich toll bei den Demos, die Ge- meinschaft, die Freunde, es macht Spaß.

Bekommt ihr auch schon mal „blöde Sprüche“?
Ein paar schon, aber eher die Ausnahme, die Leute finden das meistens gut, was wir machen und wofür wir streiken.

Was habt ihr geschafft?
Immerhin ist das Thema Klimaschutz mittlerweile das TOP-Thema Nr.1 in der Politik – das ist unser Verdienst.

Hast Du ein Plakat?
Ja, ich habe mir im Internet eine Vorlage gesucht und dann mein eigenes Plakat gemacht „There is no Plant B“ – es gibt nicht noch eine Erde.

Was sagst Du zu Greta Thunbergs Wutrede vor der UN?
Also mir gefiel nicht alles, was sie gesagt hat: „How dare you? – wie konntet ihr nur?“ Die Politiker kön- nen ja auch nicht für alles Schuld sein, das ist mir zu einseitig. Richtig gut fand ich die Rede nicht.

Hat sich bei Dir persönlich etwas verändert?
Bei mir hat sich einiges geändert: ich bin seit 6 Wochen Vegetarier, weil die Fleischproduktion nicht wirklich gut ist. Zuhause bemühen wir uns alle darum, unseren

Plastik-Verbrauch zu verringern, wenig Fleisch zu essen und uns auszutauschen über die Themen.

Wie geht das eigentlich mit dem „schulfrei“ – das finden ja längst nicht alle gut ...?
Anfangs konnte man einfach fehlen, und eine Ent- schuldigung der Eltern reichte.

Jetzt muss man sich vorher schriftlich „beurlauben“ lassen. Das finde ich ziemlich viel Aufwand, und ich will auch nicht „beurlaubt“ werden, denn ich will keinen „Urlaub“, sondern ich will streiken und das tun die anderen, die streiken, auch an Arbeitstagen. Ich will ja etwas bewirken mit meinem Streik und keinen Urlaub machen!

Möchtest Du unseren Leser*innen etwas mit auf den Weg geben?
Es muss sich noch viel mehr ändern, als es jetzt geschieht. Der Kohleausstieg 2030 ist viel zu spät, die Änderungen müssen alle viel schneller kommen, es ist lange nicht genug. Das Rezo-Video, das finde ich gut, der hat Recht.

Jakob, Du hast mich sehr beeindruckt. Vielen Dank für das Interview, und macht weiter so mit den Streiks!

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Dieses Interview führte Wolfgang Obermann

Fotonachweis: iracosma (2), Quelle: stock.adobe.com

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