Tagsüber sind die Marienkapellen in der Liebfrauenkirche und in St. Antonius geöffnet: lohnenswerte Ziele für einen Spaziergang, um eine Kerze anzuzünden und um eine Zeit im persönlichen Gebet zu verbringen.

Kennen Sie die Geschichte der Muttergottes in den Trümmern? 
Heinrich Böll erzählt von einem sehr anrührenden Gang über die geländerlose lehmglitschige Deutzer Behelfsbrücke mitten in den Kriegswirren: ein entgegenkommender Panzer gerät ins Rutschen und löst das gleiche Gefühl aus, wie bei Bombenangriffen – Todesangst. Dann fällt sein Blick auf die zerbombte Kulisse Kölns: „Als wir Köln wiedersahen, weinten wir. In der Stadt wohnten noch 30000 Einwohner und eine nicht zerstörte Madonna….“
Diese Marienfigur hatte alle Bombenangriffe unversehrt überstanden und wurde für die Menschen in der Nachkriegszeit zu einem Zeichen der Hoffnung und es Neubeginns und bis heute ist die Kapelle der ‚Madonna in den Trümmern‘ einer der bedeutenden Kölner Andachtsorte.

Einen ähnlichen Schatz finden Sie auch auf unserer Rheinseite!
Auch in der Liebfrauenkirche ‚überlebte‘ eine Marienfigur den Bombenangriff vom Oktober 1944, der das Kirchengebäude zerstörte. Diese Madonnenskulptur finden Sie heute an der Fassade des ‚alten‘ Liebfrauenhauses in der Seidenstrasse.
Wenn Sie weitergehen, finden Sie etwa eine Viertelstunde von hier eine besondere Marienikone. 
Die ‚Trösterin aller betrübten Menschen‘ in der Eingangskapelle von St. Antonius wurde 2018 von einer Ikonenschreiberin für diesen Ort gestaltet – zum Trost für alle Menschen, die sich verloren, verlassen, bedürftig erleben. Wenn Sie nahe herantreten wird es Ihnen auffallen: diese Maria hat einen traurig-nachdenklichen Blick – es scheint so, dass sie einfühlend den Schmerz des Betrachtenden aufnimmt und in ihrem Herzen bewegt. 
Das Jesuskind in ihrem Arm hat die Hand zu einem freundlichen Segen erhoben. So mögen alle Betenden diesen Ort getröstet verlassen.


Fotos:
Trösterin aller Betrübten, Beate Bleck
Marienkapelle der Liebfrauenkirche, Beate Bleck
Madonna aus der zerstörten Liebfrauenkirche, Beate Bleck


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