Als die 1932 /33 fertiggestellte Siedlung – sie war Teil einer östlichen Stadterweiterung von Köln in dieser Zeit – als reine Zeilenbausiedlung mit fünfgeschossigen Mehr- und ein – bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern mit Kirche und Gemeinschaftshaus endlich stand, da gab es Buchforst als Stadtteil noch gar nicht. Alle hier sprachen noch vom „Kalker Feld“. Der Architekt Wilhelm Riphahn hatte zusammen mit dem Essener Kollegen Caspar Maria Grod 578 Wohneinheiten ersonnen, die von verschiedenen Bauherren umgesetzt worden sind.
 
Riphahn war in Köln sehr bekannt durch den Restaurantbau der „Bastei“ (1924) oder später durch das Opern- und Schauspielhaus am Offenbachplatz (1950). Sogar seine Grabstätte auf Melaten ist einer seiner Siedlungen nachempfunden, mit Kopf- und Flügelbau
 
Der Baubeginn an der Heidelberger Straße war 1929, die Planungen liefen aber schon seit 1926, dies war für einen neuen Stadtteil ein großer Schritt, schuf die GAG hier doch fast einen ganzen Vorort. 
 
Auch bei Führungen in Buchforst höre ich immer wieder etwas von der „Bauhaussiedlung“. Das dürfen Sie natürlich sagen – schöner und vor allem richtiger ist aber das Folgende: Einzige Siedlung Kölns im konsequent „Internationalen Stil“. Hört sich doch gleich besser an, und Ihr Gegenüber wird staunen ob Ihrer Kenntnisse zur Architekturgeschichte!
 
 
Als Kunsthistoriker würde ich sagen, dass die Siedlung besonders durch die katholische Kirche eine Mitte bekommt. Klar differenziert fügen sich die Stereometrien der Kirche zu einem ganz harmonischen, weiß verputzten Ensemble. Die Idee von Licht und Sonne bestimmt die Grundrisse, die Zeilenbauten sind streng nach dem Einfall des Sonnenlichtes ausgerichtet. 
 
Mit der 1930 – 31 errichteten katholischen Pfarrkirche St. Petrus Canisius (Kölns erster Jesuit, der als Pieter de Hondt nach Köln kam, latinisiert wird dann aus niederländisch Hondt= Hund lat. canis – Canisius) wird dann der quasi „neueste Heilige“ in dieser supermodernen Kirche der Pfarrpatron. Seine Heiligsprechung war gerade fünf Jahre her, und er wurde auch zum „Zweiten Apostel Deutschlands“ernannt (nach dem Hl. Bonifatius), und das bedeutete für den dann kurze Zeit später so genannten Kölner Ortsteil Buchforst eine absolut moderne Ausrichtung. Das Zusammenspiel der beiden Baukörper der Kirche, das langgestreckte eingeschossige Langhaus und der kantige, vertikale Turm mit seiner Bekrönung sind von feinen Proportionen geprägt. Zusammen mit dem Rund der Apsis, die heute leider zugemauert ist, ergeben das Lichtband der Fenster und die Arkaden beim Eingang einen harmonischen Mittelpunkt der Siedlung. Die Kirche steht exakt in der Hauptachse der Erschließung von der Cusanusstraße her, als Kontrapunkt zum Eingangsbau in die Siedlung, dem ehemaligen Vereinshaus mit Gaststätte (früher: Buchforster Hof). Das konsequent Moderne an der Kirche ist ihre städtebauliche Anbindung in die Siedlung, sie ist als Kirche stets erkennbar und in ihren Formen doch eingebunden und extravagant zugleich, das können nur gute Architekten!
 
Als so gewürdigter wichtigster Beitrag des „Neuen Bauens“ im sozialen Wohnungsbau im Rheinland strahlt die Siedlung bis heute gemeinsam mit dem benachbarten „Blauen Hof“ um die Wette. Es sind für die Stadt Köln herausragende Beispiele eines mit eigenem Balkon und ausgebautem Bad versehenen Wohnens Anfang der Notzeiten in den 1930-er Jahren. Viele Menschen in Köln wären froh um eine solche Ausstattung gewesen. Schaut man sich alte Postkarten und Luftbilder, besonders von der Heidelberger- und Cusanusstraße an, so sind die pavillionartigen Ladenlokale und die schönen Winkel zwischen Hauszeilenende und schrägem Straßenverlauf bis heute erkennbar und geben Buchforst eine besondere Note. Die Buchforster Geschichtswerkstatt hat dazu schöne Bilder aufbereitet, und Führungen gibt es bald wieder halbjährlich! 
 
Text: Thomas van Nies M.A., RVDL Köln (Deutz)
Fotos: Geschichtswerkstatt Buchforst
 
 
2021 FEIERN WIR ...
den 500. Geburtstag den Heiligen Petrus Canisius und das 90jährige Bestehen der Kirche St. Petrus Canisius. Geplant sind verschiedene Veranstaltungen im zweiten Halbjahr. Informationen folgen auf unserer Internetseite:

Gruppierungen im Veedel

Kurzprofile der mit der Kirchengemeinde verbundenen Gruppierungen

CAJ (Christliche Arbeiterjugend) Schäl Sick

Jugendzentren

kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands)

Tips der Redaktion

Marktcafé im Stadtteilzentrum in Köln-Buchforst

Mittwochs und samstags – immer zu den Markttagen in Buchforst – laden verschiedene Gruppierungen des „Runden Tisches Buchforst“zum Frühstück ins Stadtteilzentrum ein. Von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr gibt es dort die Möglichkeit, die schweren Einkaufstaschen abzustellen, und bei netten Gesprächen zu kleinen Preisen Kaffee zu trinken und auch zu frühstücken.

Jeder ist herzlich willkommen!


 

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