Jedem sind wohl die Begriffe „Adventszeit“ oder „Adventskranz“ bekannt. Aber was genau bedeuten sie? Und wieso gibt’s überhaupt den Advent?

Da ich das selber auch nicht so genau erklären konnte, habe ich mich da mal schlau gemacht. Meine erste Anlaufstelle: das Gotteslob. Genau: das dicke, graue Buch, aus dem jeden Sonntag (wahlweise auch Samstag) Lieder gesungen werden. Das hat nämlich, entsprechend den Themen, die besungen werden, auch Erklärungen zu Traditionen und Zeiten im Kirchenjahr parat. Allgemein kann die Adventszeit als Vorbereitungszeit auf Weihnachten gesehen werden. In dieser Zeit erwartet die Kirche Christus „wachend und betend“.

Die Weihnachtszeit ist eine sehr wichtige Zeit im Kirchenjahr, und deshalb kann man auch im Gotteslob viele Vorschläge für Gebete und Gesänge in der Familie finden, mit denen sich gemeinsam auf diesen besonderen Anlass, Weihnachten, vorbereitet werden kann.

Zur Vorbereitung auf das Kommen des Gottessohnes, die den Beginn des Kirchenjahres markiert und ab dem 4. Sonntag vor Weihnachten startet, gehört die Vorfreude auf das Fest der Geburt und die Bereitschaft, Jesus in der Gegenwart zu treffen.

In der Adventszeit wird also eine Haltung von Erwartung und Offenheit gewünscht, die auf das Weihnachtsereignis vorbereiten soll. An den einzelnen Adventssonntagen werden verschiedene Themen in den Mittelpunkt gestellt:
Die Adventssonntage
Am 1. Advent wird das Kommen des Herrn und die damit verbundene Erwartungen thematisiert. Der zweite und dritte Adventssonntag legt den Fokus auf Johannes den Täufer, der den Weg für den kommenden Herrn vorbereitet. Am 4. Advent beschäftigt man sich normalerweise mit Maria, der Mutter Jesu. Dies sind häufig angesprochene Themenschwerpunkte, die aber nicht immer genau so auftauchen müssen. Das ist ja alles schön und gut, aber was wird uns jetzt genau damit gesagt? Und wie werden diese Annahmen der Vorbereitung der Kirche auf unseren Alltag übertragen?
Ein Erklärungsversuch
Um das darstellen zu können, bin ich die letzten Wochen mal durch die Reihen unserer Gemeinde gegangen und habe verschiedenen Leuten zu diesem Thema Fragen gestellt. Hier nun die am häufigsten verwendeten Schlagwörter, die in diesem Zusammenhang erwähnt wurden: Vorfreude, Gemütlichkeit, Besinnung, Plätzchen und Tee, Weihnachtsvorbereitungen, Kerzen, Adventskranz, Backen und Geschichten erzählen und Zeit mit Familie und Freunden. Vor allem der letzte Punkt, Zeit mit der Familie und den Freunden zu verbringen, wurde sehr häufig genannt. Dazu kommt dann auch noch, dass Schule und Arbeit in den Hintergrund rücken.

Die Vorfreude und Vorbereitung auf Weihnachten ist also von den Informationen aus dem Gotteslob auf unseren Alltag übertragbar. Das gilt genauso für die Zeit mit Freuden und der Familie, obwohl dies heute wohl etwas anders ausgelegt wird als das angesprochenen Singen und Beten als Vorbereitung. Hier handelt es sich also eher um eine Art des Feierns als ums Fasten wie beispielsweise vor Ostern. Es geht darum, sich gemeinsam mit diesem Thema zu beschäftigen, sich vorzubereiten. Um diese Freude auch den Kleineren unter uns nahe zu bringen, gibt es viele Möglichkeiten. Die beliebteste (und das natürlich auch noch bei den Älteren) ist der Adventskalender: Jeden Tag ein bisschen mehr Vorfreude auf Weihnachten selber, durch Schokolade oder andere Kleinigkeiten, über die man sich freuen kann.

Und jetzt der Adventskranz

Und auch der Adventskranz trägt zu der Veranschaulichung der noch abzuwartenden Zeit bei. Er besteht aus grünen Zweigen, welche für das Leben und die Gemeinschaft stehen. Jeden Adventssonntag wird eine weitere Kerze auf dem Adventskranz angezündet, um auf diese Weise auf die Ankunft Jesu hinzuweisen, der als das „Licht der Welt“ (Joh 8, 12) beschrieben wird. Deshalb auch die Kerzen. In der Ursprungsphase dieses Brauches wurde anfänglich sogar jeden Tag eine Kerze angezündet. Da standen dann also 24 Kerzen auf dem Kranz! Das wurde mit der Zeit aber dann verändert, und jetzt stehen wir hier mit 4 Kerzen.

Was ich aber aus all diesen Sachen und meiner „Advent, Advent ein Lichtlein brennt – aber wieso?“ eigenen Meinung schließen kann, ist, dass es in der Vorbereitungszeit auch darum geht, diese mit Familie und Freunde zu gestalten, gemeinsam besinnliche Momente zu erleben (die natürlich für jeden unterschiedlich als „besinnlich“ bezeichnet werden) und sich auf die kommenden Ereignisse zu freuen.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine schöne Adventszeit!


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