Viele Familien und Paare stellt die Corona-Zeit vor Herausforderungen und Belastungen. Daran ändern auch erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen nichts. Die Folgen werden sich zum Teil ohnehin erst nach der Krise zeigen, sagen Experten. Die katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) im Stadtdekanat Köln hilft Paaren und Familien, gut durch die Corona-Zeit zu kommen. Theresia Stamm, Leiterin der EFL-Beratungsstelle in Porz, rechnet allerdings auch mit einer weiteren Zunahme häuslicher Gewalt und steigendem Beratungsbedarf nach der Krise, wie sie im Interview sagt. Sie verzeichnet zudem viele Anrufe von alleinlebenden, einsamen Menschen.

Die Belastungen seien je nach Familiensituation hoch: „Neben dem deutlich veränderten Familienleben und Rhythmus, den Ängsten wegen der Corona-Ansteckung, Sorgen um den Arbeitsplatz und um Angehörige sowie neben finanziellen Sorgen und Angst vor Überschuldung befinden sich viele in einer Schockstarre“, sagt Stamm. Das führe auch zu einer gewissen Handlungsunfähigkeit. „Es wird durchgehalten nach dem Motto ,Irgendwie geht es weiter‘ .“ Die Spielräume, um sich bereits jetzt Hilfe zu holen, seien nicht sehr groß. „Ein geschütztes Telefonat ist zurzeit schwieriger zu ermöglichen“, erklärt Theresia Stamm. „Der Partner oder die Kinder hören mit. Und auch Alleinerziehende haben nicht die Ruhe und den Raum, um allein zu telefonieren.“ So rechnet die EFL-Leiterin mit einem Anstieg der Beratungsanfragen nach der Corona-Krise. „Erst wenn sich auch die gesellschaftliche Starre löst, können sich betroffene Familien und Paare um Hilfe kümmern.“

Die Corona-Zeit könne aber auch eine Chance für Paare und Familien sein, so Stamm. In der Beratung versuchen die Mitarbeitenden auch, den Blick auf die positiven Aspekte und Entwicklungen in der Corona-Zeit zu lenken: „Wir stellen Fragen, um Ängste und Unsicherheiten zu verstehen. Und wir stellen Fragen, die den Blick auf die Situation je nachdem weiten oder einengen. Dadurch entstehen neue Perspektiven und es entwickelt sich in einer scheinbar aussichtlosen Situation Hoffnung. Die großen und kleinen Solidaritätsbekundungen im Alltag, wie der Einkauf für die Nachbarin, das kurze Gespräch im Park, mehr Zeit innerhalb der Familie haben, mitunter das Erleben des Frühlings – all das durchbricht unsere Ängste und lässt uns Hoffnung, Zuversicht und Freude schöpfen.“

Das Interview mit Theresia Stamm und unsere zugehörige Pressemitteilung finden Sie anbei sowie auf unserer Website:

 

https://www.katholisches.koeln/stadtkirche/aktuelles/Interview-Die-katholische-Ehe-Familien-und-Lebensberatung-im-Stadtdekanat-Koeln-hilft-Menschen-gut-durch-die-Corona-Zeit-zu-kommen/



 

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