Das „neue“ Redaktionsteam des Pfarrmagazins civitas stellt sich vor. Von links nach rechts: Lisa Weyand, Zdenko Barbarić, Silke Grimm, Martina Allisat,
Pater Thomas Lüersmann SDB, Florian Seiffert, Reinhard Linke, Stefan Nestler. Weitere Teammitglieder*innen: Bettina de Cosnac, Tom Laroche.
An dieser Stelle drehen wir die Rollen einmal um.
Martin, das Pfarrmagazin ist ein wichtiger Bestandteil
der Öffentlichkeitsarbeit von Kirchengemeinden.
Als Beispiel und Vorreiter einer zukünftigen
Zusammenarbeit besteht seit dieser Ausgabe von
civitas ein gemeinsames Redaktionsteam (Anm. der
Redaktion: Das wir am Schluss des Interviews vorstellen)
der beiden Kirchengemeinden. Nun besteht
die Gelegenheit, dem Team Fragen zu stellen.
Welche Zielgruppe wollt ihr mit dem neuen Pfarrmagazin
oder dem weiterentwickelten Pfarrmagazin
konkret erreichen?
Die Zielgruppe, die wir ganz klar identifiziert haben,
sind natürlich die Gemeindemitglieder, die wir über
die Kirchenbesuche, über verschiedene Pfarrfeste
oder die Mülheimer Gottestracht erreichen. Aber vor
allen Dingen wollen wir die Menschen erreichen, die
etwas weiter weg sind von der Kirche. Die über
das Pfarrmagazin sehen, dass Kirche nicht nur aus
Gottesdiensten besteht, sondern auch das Gemeindeleben
und die Gemeinschaft im Einzugsbereich
im Blick hat. Es heißt interessante Aspekte und
interessante Themen mittels des Pfarrmagazins zu
vermitteln. Immer mit dem Hinweis darauf, dass da
die katholische Kirche hintersteht. Aber erst auf den
zweiten Blick.
Also es gibt keine altersmäßige Zielgruppe. Man
könnte ja auch sagen: Hat sich ein solches Printmedium
für junge Leute nicht – jetzt sage ich mal
provokativ – überlebt? Ich merke ja selber, dass ich
viele Sachen nur noch digital lese.
Wir versuchen, alle Altersgruppen zu erreichen. Es
gibt einen Verteilmechanismus, der vorsieht, dass
ältere Menschen oder auch Familien civitas zugestellt
bekommen haben. Dann gibt es eine Form der Verteilung
durch freiwillige Helfer, wie es auch hier bei
KREUZ&QUER in St. Hubertus Mariä Geburt war.
Und dann gibt es eine direkte Verteilung, zum Beispiel
bei der Mülheimer Gottestracht. Was wir auch
machen ist, dass wir in St. Clemens und Mauritius
jeder Kita ein Kontingent von civitas für die Elternfächer
vorbeibringen, damit jede Familie, die ein Kind
in der Kita hat, das Magazin bekommt. Auch die,
die vielleicht nie in die Kirche kommen. Ebenso soll
Eltern eine Ausgabe beim Anmeldegespräch mitgegeben
werden, um so eine Verteilung zu erreichen, die
möglichst breit ist. Jugendliche nehmen wir in einer
Rubrik in den Blick.
Ein Teil der geistlichen Vision für das Erzbistum Köln ist
das Thema Evangelisierung. Das klingt jetzt ein bisschen
sperrig und ein bisschen nach Mission. Ich meine
es gar nicht so. Aber für mich hat so ein Medium wie
die civitas auch eine Verkündigungsaufgabe. Was
unterscheidet civitas von anderen Printmedien, wie
z. B. eine Schrift vom Bürgerverein Mülheim?
Es gibt fest stehende Rubriken, die verschiedene
Bereiche abdecken. So gibt es die Rubrik Aktuelles,
Familie, Jugend, Senioren, die gemeindliche Caritas,
Trauer. Es gibt die Bereiche Projekte und Ehrenamt.
Auch einen Raum „Ihre Meinung zählt“ in
dem Menschen aufgefordert sind, das einmal los zu
werden, was sie immer schon mal sagen wollten. Es
werden Inhalte mit kirchlichen Themen wie auch
mit Themen aus dem Einzugsbereich aufgegriffen. Es
gibt einen Bereich „Crashkurs Kirche“, in der kirchliche
Begriffe anschaulich erläutert werden. Diese
Ausgabe wird beispielsweise das Thema Kreuz zum
Inhalt haben. Hier wird beschrieben, welche Bedeutung
das Kreuz mitsamt seinem Symbolcharakter für
die Kirche hat. So versuchen wir, auf eine ganz eigene
Art und Weise kirchliche Begriffe aufzugreifen und
möglichst interessant zu erläutern. Wichtig sind uns
aber auch, Themen mit Gemeindesicht und Gemeinschaftssicht
im Veedel aufzugreifen.
Der Zusammenschluss mit KREUZ&QUER ist eine
Veränderung, die möglicherweise ja auch neue Chancen
bietet. Habt ihr da Ideen, Neues aufzunehmen?
Strukturell lassen wir das Magazin unverändert, da
sich civitas toll etabliert hat. Wir wollen aber die
Verbindung zu KREUZ&QUER herstellen, damit
Menschen im Bereich der hiesigen Gemeinde dies
auch erkennen. Mitglieder der KREUZ&QUERRedaktion
sind jetzt Mitglieder des civitas-Redaktionsteams.
Es werden Inhalte aus dem Bereich St.
Hubertus und Mariä Geburt aufgenommen. Der
Artikel über das Café Lichtblick ist dafür ein gutes
Beispiel. Ebenso der Artikel über die Pfadfinder in
der Rubrik Jugend. So versuchen wir über die Inhalte
zusammenzuwachsen. Wichtige Adressen, Ansprechpartner
und Einrichtungen aus dem kirchlich-sozialen
Umfeld werden auf beide Gemeinden erweitert.
Es gibt weiterhin zwei Ausgaben von civitas, eine
zu Fronleichnam, eine zu Weihnachten. Also auch
sind wir bei der Struktur von civitas geblieben, weil
die Ausgabe doch auf eine sehr sehr hohe Akzeptanz
getroffen ist, sowohl von Fachleuten innerhalb
dieses Wettbewerbes vom Erzbistum wie auch nach
den Rückmeldungen der Menschen, die das Magazin
bekommen haben. Wir sind gespannt auf die kommende
Zusammenarbeit.
Das Interview führte Martin Voorwold, Foto: Michael Feithen